Bundesweit einheitliche Hygieneverordnung
2010.08.27
Zu Wochenbeginn erschütterte der Tod von drei Neugeborenen im Uniklinikum Mainz die Medien. Der Grund waren mit Darmbakterien verunreinigte Infusionslösungen. Aus diesem Grund fordert die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene eine bundesweit einheitliche Hygieneverordnung. In Deutschland gibt es jedes Jahr bis zu eine Million Krankenhausinfektionen mit bis zu 40.000 Todesopfern. Die Hälfte dieser Fälle sei durch sachgerechte Hygiene vermeidbar und damit auch ein Großteil der Folgekosten in Milliardenhöhe. Noch ist die Krankenhaus-Hygiene bislang Ländersache, jedoch haben lediglich fünf Bundesländer eine Hygieneverordnung. Rheinland-Pfalz, wo sich der Vorfall jetzt ereignete, zählt nicht dazu.
Auch Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler sieht Korrekturbedarf und möchte das Thema Krankenhaushygiene auf der nächsten Gesundheitsministerkonferenz zur Sprache zu bringen. Experten fordern Hygiene-Fachleute in mittelgroßen und großen Krankenhäusern, denn so ließe sich jede dritte Infektion vorbeugen, wenn es auch immer Risikogruppen wie Langzeitbehandlungen auf der Intensivstation und Bluterkrankungen gibt.






